Zwischen Glücksgefühl und Horrortrip

Szene-Talk im AWO-Treffpunkt "Deja vu"

Sagt „NEIN“ zu Drogen, das war am letzten Wochenende das zentrale Thema im AWO-Treffpunkt „Deja vu“. Dieser Jugendclub ist für viele Kids und Jugendliche der Stadtteile Neu Zippendorf und Mueßer Holz ein beliebter Ort, um nach der Schule oder in den Ferien zu spielen, einfach nur zu chillen aber auch Unterstützung und Hilfe bei Problemen zu finden. Hier können die Kinder und Jugendlichen auch brisante Themen zur Sprache bringen, die sie bewegen. In letzter Zeit ging es bei diesen Gesprächen immer öfter um die sogenannten Legal Hihgs, die man ja offiziell im Internet bestellen kann. Rainer Janik (Leiter des ‚“Deja vu“) und Kerstin Püschel (Sozialpädagogin) reagierten darauf, indem sie gemeinsam mit den Jugendlichen einen Workshop mit anschließender Talkrunde zum Thema „Drogen“ organisierten, um für umfassende Aufklärung zu sorgen.
 
Der Workshop begann mit einem Quiz zum Thema und einer Simulation von Alkoholgenuss mit Hilfe von Rauschbrillen. Ein kleiner Parcours, den jeder ohne diese Brille problemlos gemeistert hätte, wurde damit nahezu unmöglich. Das beeindruckte die meisten Teilnehmer schon sehr. Zur anschließenden Talkrunde hatte man Gäste eingeladen, die professionell zu allen Fragen der Kids Stellung nehmen konnten. Mit zwei Polizistinnen, einem Rechtsanwalt, einer ehemaligen Drogenabhängigen und mehr als 30 interessierten Kindern und Jugendlichen sowie junge Erwachsene war die Runde komplett. Die Moderation oblag Steve Öttinger. Die Polizistinnen erklärten eingangs sehr eindrucksvoll, was Drogen mit den Menschen machen und wie sie erkennen, wer unter Drogen steht. Sie warnten eindringlich vor den Legal Highs, die schon mehreren Menschen das Leben gekostet hätten und es nur eine Frage der Zeit sei, dass der Gesetzgeber hier Verbote einführt. Nur weil es „legal“ sei, ist es nicht gesund und kann großen Schaden anrichten.
Von dem Rechtsanwalt Matthias Macht wollten die Kids wissen, warum man bei Trunkenheit straffrei ausgeht und der Konsum von Drogen unter Strafe steht. Matthias Macht machte den Zuhörern die Unterschiede anhand des Gesetzbuches klar und informierte sie ebenso über Strafmündigkeit und Strafmaße. Auch er sei kein Freund von Gefängnisstrafen, aber manchmal gehe es einfach nicht anders, denn wir alle wollen in einer sicheren Gesellschaft leben.
Die meisten Fragen hatten die Kids aber an Jaqueline (25), die 13 Jahre lang drogensüchtig war und nun den Weg in ein Leben ohne Drogen gemeistert hat. Sie erzählte offen, was sie gemacht hat, um an Drogen zu kommen, warum es unweigerlich in einem Fiasko endet und wie sie es geschafft hat, davon loszukommen. Die Kinder und Jugendlichen waren sichtlich beeindruckt von Jaquelines Geschichte und zollten ihr mit Applaus Respekt für ihren Mut und ihre Ehrlichkeit.
Nach 1,5 Stunden Fragen und Antworten kam man nach einer interessanten und hoffentlich wirkungsvollen Talkrunde zum Ende. Die Polizistin Anke hatte für alle Anwesenden zum Abschluss noch ein kleines Highlight. Sie ist Diensthundführerin und hatte ihre Hündin Alpha dabei, die im „Deja vu“ auf improvisierte Drogensuche ging.
Abschließend gab es für alle einer Bratwurst vom Grill, alkoholfreie Cocktails und noch einmal Gelegenheit in gemütlicher Runde über das Gehörte zu diskutieren.
Wer Hilfe benötigt und nicht weiß, an wen er sich wenden soll, kann sich gern unter 0152-01630934 bei der Selbsthilfegruppe „Newcomer“ oder der Schweriner Drogenberatungsstelle Telefon: 0385 / 550 75 68  Rat holen.

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