Stadtrundgang im Eiltempo im Miniaturenpark "Lütt Schwerin"

Artikel SVZ/Neumühle: Lankow Ferienzeit – das heißt ausschlafen, in Ruhe frühstücken und etwas unternehmen – doch was? Die Ferienangebote sind in der Landeshauptstadt breit gefächert: Ein Besuch auf der Fußball-Golf-Anlage in Warnitz rentiert sich für Kinder und Jugendliche genauso wie ein Abstecher ins Freiluftmuseum. Heute erzählt Yves Schade vom Miniaturpark Lütt Schwerin.
Acht Schritte – das ist die Distanz vom Alten Garten bis zum Vorplatz des Schlosses. Was in der „echten“ Schweriner Altstadt utopisch klingt, funktioniert im Miniaturpark Lütt Schwerin in Lankow. „Seit 2010 bauen wir hier die Landeshauptstadt im Maßstab 1:25 nach“, erklärt Yves Schade. Der Einrichtungsleiter und Awo-Mitarbeiter hatte 2006 die Idee, gemeinsam mit Ein-Euro-Jobbern ein Modellbauprojekt zu starten. In fleißiger Kleinstarbeit produzierten die Hobby-Baumeister 120 Modelle für die Eröffnung vor sieben Jahren. Seitdem sind etwa 110 Gebäude dazugekommen. „Unser Ziel ist es, die Schweriner Innenstadt komplett nachzubauen“, sagt der 52-Jährige. Mit Innenstadt meint Schade den Bereich zwischen Knaudtstraße, Pfaffenstraße, Werderstraße und Wismarsche Straße. „Das bedeutet, dass wir alles in allem rund 600 Gebäude im Kleinformat nachbauen.“ Als Vorlagen dienen Bauzeichnungen und Bilder aus den Jahren um 1900, also zur Blütezeit der Residenzstadt.
Zu den Hauptattraktionen gehören natürlich die Sehenswürdigkeiten, die in Originalgröße viele Touristen nach Schwerin locken. Das Schloss, der Marstall, aber auch der Dom und die Schelfkirche. Die beiden Gotteshäuser befinden sich aktuell noch in Arbeit. „Wir hoffen, dass wir zur neuen Saison, also im Mai kommenden Jahres, den kompletten Dom einweihen können“, erzählt Schade. An der Schelfkirche würden seine Mitarbeiter ebenfalls bauen, allerdings rechne er nicht mit einer Fertigstellung zur neuen Saisoneröffnung.
Neben den mittlerweile rund 250 Miniaturbauten lockt vor allem der Spielplatz Kinder nach Lütt Schwerin. „In den Ferien kommen besonders viele Großeltern mit ihren Enkeln vorbei. Während sich die Älteren an den detaillierten Nachbauten erfreuen, toben die Kinder meist auf dem Spielplatz“, sagt der Einrichtungsleiter. Denn dort gibt es für die Kinder auch etwas zu entdecken: Einmal täglich ist in der Schatztruhe ein goldener Taler versteckt, den junge Schatzsucher gegen ein Kuscheltier an der Kasse eintauschen können. „Das Kuscheltier machen wir selbst“, erzählt Yves Schade stolz.
Zum Ende der Ferien findet am 31. August wieder das große Kinderfest statt. Bei freiem Eintritt können Kinder nicht nur die Landeshauptstadt im Kleinformat erkunden, sondern sich beim Kinderschminken als Löwe oder Tiger anmalen lassen und am Glücksrad drehen.
Volker Raab

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