Frühjahrsputz im Sportinternat

Putzen, Fegen, Aufräumen… Frühjahrsputz und den Winter damit endgültig verabschieden, dies stand am 27. April im Sportinternat auf dem Programm. Wir haben die Kolleg*innen an diesem Tag vor Ort einmal besucht, um aus dieser Einrichtung zu berichten. In letzter Zeit ist viel Bewegung im Team von Ingrid Hartig, Leiterin des Sportinternats. Einige Mitarbeiter sind zu anderen AWO Einrichtungen gewechselt oder aber haben sich für andere berufliche Wege entschieden. „Das ist für uns momentan eine große Herausforderung. Zum Einen muss man qualifizierte Mitarbeiter*innen finden und zum Anderen benötigt auch Jeder Zeit für die Einarbeitung. Dann kommt unser 3-Schichtsystem dazu, d. h. Jeder muss bereit sein, auch Nachtschichten zu übernehmen. Nicht zu vergessen, die Internatsschüler*innen. Unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen basiert auf gegenseitigem Vertrauen, welches immer wieder personenbezogen neu aufgebaut werden muss“, so Ingrid Hartig.

Bei der Schichtübergabe vor dem Frühjahrsputz hatten wir noch Gelegenheit, mit den Kolleg*innen zu sprechen. Von Carolin Schwab erfuhren wir, dass neben den vielen organisatorischen Dingen das Wichtigste für die Internatsschüler ist, jederzeit einen Ansprechpartner zu haben. „Für die Kinder und Jugendlichen ist das Internatsleben nicht immer einfach. Sie stehen unter enormen Druck, sind weg von den Eltern und sollen neben Schule und Sport ebenso die alltäglichen Dinge der Selbstständigkeit erlernen. So wie die Eltern zu Hause, sind wir hier im Internat die ersten Ansprechpartner bei Liebeskummer, Heimweh oder schlechten Noten in der Schule. Wir trösten, vermitteln, helfen beim Lernen, freuen uns mit ihnen bei sportlichen Erfolgen und bauen sie auf, wenn es mal nicht so gut läuft.“
Neben dem engen Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen sind die Mitarbeiter*innen immer auch im Gespräch mit den Trainern, Lehrern sowie den Eltern und haben somit großen Anteil an allen Bereichen ihres Lebens. Auch bei Wettkämpfen und Turnieren sitzen die Kolleg*innen des Internats - nicht selten in ihrer Freizeit - als moralische Unterstützung im Publikum, feuern ihre Schützlinge an und fiebern mit ihnen mit. So wurden im Frühjahr `17 unsere Sportler im Radsport, im Boxen und im Volleyball der 2. Bundesliga Deutsche Meister!

Astrid Roß ist schon seit 18 Jahren Teil des Teams. Sie erklärte uns: „Den Kindern und Jugendlichen wird sehr viel abverlangt. Ihre Tage sind oft länger, als die der meisten Erwachsenen. Training vor und nach der Schule, Hausaufgaben, Wettkämpfe, da ist eine 60-70 Stunden Woche keine Seltenheit.  Als Erzieher müssen wir uns darauf einstellen und sensibel reagieren. Mit der Zeit entwickelt man so etwas wie eine Antenne und weiß genau, wie man sie motiviert und wann man sie auch einfach mal in Ruhe lassen muss.“
So war es auch gar nicht verwunderlich, dass sich nicht alle Bewohner*innen des Internats an dem jährlichen Frühjahrsputz beteiligen konnten, sondern jeder so, wie es mit der eigenen Tagesstruktur vereinbar war. Einige machten sich am Nachmittag mit einem Schmutzradierer an den Wänden der Gemeinschaftsräume und den Fluren zu schaffen und wieder andere halfen am Abend nach dem Training beim Aufräumen der Fahrradgarage. Zur Belohnung gab es für alle freiwilligen Helfer ein Eis.
„Durch die personellen Veränderungen ist es in letzter Zeit so, dass die Mitarbeiter*innen sich fast jede Woche auf einen neuen Dienstplan einstellen müssen. Sie nehmen es sportlich und unterstützen meine Arbeit damit sehr. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und meinem Team dafür Danke sagen“, erklärte Ingrid Hartig.

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