Ergotherapeuten begleiten Senioren

Täglich sind Elisabeth Illner und Anne Baier für Bewohner da

Artikel Hauspost/März 2017

Den eigenen Körper wahrnehmen, das Gedächtnis fit halten, ohne Rollstuhl auf eigenen Beinen stehen – nicht alle Senioren sind dazu in der Lage. Darum werden die Bewohner vom Seniorenhaus Schelfwerder täglich von den Ergotherapeutinnen Elisabeth Illner und Anne Baier betreut. Das geschulte AWO-Personal freut sich über alle kleinen und großen Erfolge der älteren Menschen. Bei ihrer Arbeit legen Elisabeth Illner und Anne Baier großen Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal und den externen Therapeuten, die ins Haus kommen. So können Ziele, die für den Bewohner wichtig sind, auch im Rahmen der Einrichtung verfolgt und umgesetzt werden. „Der eine möchte gerne lernen, sich sein Brot selbst zu schmieren, ein anderer will vielleicht einfach nur mal über seine Sorgen reden”, sagt Anne Baier. Manchmal brauchen sie nur Motivation, Zuspruch oder Lob. Bei Demenzkranken achten die Ergotherapeutinnen vor allem auf die Wahrnehmung und arbeiten so zum Beispiel intensiver mit Gerüchen oder Klängen. Das erfahrene Team unterstützt Senioren bei Gangtrainings, Mobilisierungsübungen oder beim Gedächtnistraining. In kaum einem anderen Seniorenhaus gibt es dafür den ganzen Tag die Möglichkeiten, wie in Schelfwerder. „Wir achten besonders auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner und sprechen ihre eigenen Ziele mit ihnen ab. Wenn jemandem trotz vereinbartem Termin plötzlich doch nicht danach ist, eine Runde zu gehen, dann ist das auch in Ordnung”, erzählt Elisabeth Illner.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin kann sie seit einem halben Jahr zu zweit ihre Klienten betreuen. So statten die beiden täglich jeweils zwischen 25 und 35 Bewohnern einen Besuch ab. „Zu zweit kann man einfach mehr bewegen als alleine”, sind sich die gebürtigen Schwerinerinnen einig. Auch kreative Ansätze geben die Ergotherapeutinnen den Senioren. Im März stehen die gemeinsame Wandgestaltung und die frühlingshafte Herrichtung des Hofes an.
„Wenn sie selbst etwas erschaffen, sind die Bewohner immer sehr stolz. Wir möchten einfach jeden Tag ein Umdenken aus ihnen herauskitzeln und sie dazu motivieren, in irgendeiner Form mobil zu werden. Natürlich nur, wenn das auch in ihrem eigenen Interesse ist”, sagt Anne Baier. Eine wichtige Aufgabe sei auch die Sterbebegleitung. „Das gehört eben dazu. Wir sind für die älteren Menschen im Seniorenhaus Schelfwerder Ansprechpartner bis zum Schluss ihres Lebens”, so
Elisabeth Illner. 
Juliane Brettmann

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