"Ella" gibt Frauen Halt und Hoffnung

Hauspost Dezember 2017: Die Gründe, seine Wohnung zu verlieren und in einer anscheinend ausweglosen Lebenssituation nicht mehr weiter zu wissen, sind vielseitig. Nicht nur Mietschulden und daraus resultierende Wohnungsräumungen sind Ursachen für die Wohnungslosigkeit. Ohne eigenen Mietvertrag zu sein, kann auch durch eine Trennung vom Partner, von der Familie oder eine Entlassung aus einer stationären Einrichtung hervorgerufen werden.

Solch eine akute Lebenslage geht meist einher mit anderen sozialen Schwierigkeiten wie Arbeitslosigkeit, Verschuldung, fehlenden Schul- und Berufsabschlüssen, ungesicherter wirtschaftlicher Lebensgrundlage, gesundheitlichen Problemen, Perspektivlosigkeit und Überforderung im alltäglichen Leben – oft über einen längeren Zeitraum.
Auch bei einer drohenden Wohnungslosigkeit, die durch eine direkte Kontaktaufnahme mit dem Vermieter abgewendet werden könnte, unterstützt und begleitet die Frauenpension Ella als Einrichtung der Wohnungslosenhilfe dann im eigenen Wohnraum der betroffenen Frau. „Diese komplexen Lebenssituationen sind oft nur durch eine unkomplizierte, schnelle und in den Jahren gewachsene und bewährte Kooperation mit den anderen Fachbereichen der AWO, aber auch mit externen Beratungsstellen, Wohnungsgesellschaften und Behörden möglich”, so Frauenpension-Leiterin Andrea Poschmann. Sie hat 2016 mit Unterstützung der AWO, die als Arbeitgeber die Qualifizierung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter fördert und fordert, erfolgreich ihr berufsbegleitendes Studium zur Sozialpädagogin absolviert.
Als Beraterin sieht sie die Betroffene als Akteurin und Expertin ihres eigenen Lebens, auch wenn dieses in eine Schief-
lage geraten ist. Bei Ella wird sie befähigt, sich an die eigenen Stärken und Ressourcen zu erinnern, sie zu erhalten, zu kontrollieren und zu entwickeln.
Ein selbstbestimmtes Leben mit dem gemeinsam erarbeiteten Wissen, Strategien und Methoden, sozialen Netzwerken und den wieder erlangten Selbsthilfekräften, sind die Ziele jeder Hilfe in der Frauenpension. Zu einigen Frauen bleibt der Kontakt auch nach dem Aufenthalt bei Ella jahrelang sehr eng.
So erlebte Andrea Poschmann die Geburt der heute achtjährigen Lara mit, weil ihre Mutter damals Hilfe in der Frauenpension suchte. Heute lebt die Mutter in einer anderen Stadt, hat eine Familie gegründet, hat eine Ausbildung, einen festen Job und ruft bei kleineren Fragen einfach nochmal durch. „Auch spontane Besuche sind in diesem Fall keine Seltenheit und für mich Bestätigung und Lohn meiner Arbeit“, sagt Andrea Poschmann.
(maxpress)

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